27. Juli 2026 · 36 Minuten · Podcast State of Mind

Fast jede fünfte Person über 65 ist in Deutschland von Armut bedroht. Doch was bedeutet Altersarmut jenseits von Statistiken und politischen Debatten?

Ausgehend vom aktuellen Armutsbericht des Paritätischen Gesamtverbandes sprechen Marko und Martin darüber, was es psychisch mit einem Menschen macht, wenn ein langes Arbeitsleben nicht für einen sorgenfreien Ruhestand reicht. Was passiert mit der eigenen Identität, wenn Arbeit über Jahrzehnte Sinn, Struktur und Anerkennung gegeben hat und am Ende trotzdem die Angst vor der nächsten Rechnung bleibt?

Dabei geht es um eine Form der Armut, die häufig unsichtbar bleibt. Viele Betroffene ziehen sich zurück, lehnen Einladungen ab oder erfinden Ausreden, weil sie sich den Cafébesuch, ein Geschenk für die Enkel oder die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben nicht mehr leisten können. Besonders schmerzhaft wird es, wenn Eltern plötzlich ihre eigenen Kinder um finanzielle Hilfe bitten müssen und sich dadurch vertraute Rollen innerhalb der Familie umkehren.

Marko und Martin sprechen außerdem darüber, warum vorhandene Hilfsangebote nicht immer bei den Menschen ankommen. Dauernder Geldmangel bindet Aufmerksamkeit und Kraft, während komplizierte Anträge, Scham und der Wunsch nach Selbstständigkeit zu nahezu unüberwindbaren Hürden werden können.

Welche Folgen haben existenzielle Sorgen, sozialer Rückzug und Einsamkeit für die psychische und körperliche Gesundheit? Und wie können wir als Angehörige, Freunde und Gesellschaft aufmerksamer werden, ohne Menschen zu bevormunden oder ihnen ihre Würde zu nehmen? Eine Folge über Altersarmut, Identität und stille Scham – und über Menschen, die nach einem langen Leben nicht nur finanzielle Sicherheit, sondern auch Teilhabe, Respekt und Würde verdienen.

Diese Folge anhören

Die vollständige Episode gibt es auf Spotify und überall dort, wo es Podcasts gibt.

Folge anhören

← Alle Folgen von State of Mind