30. Juli 2026 · 26 Minuten · Podcast State of Mind

Am Abend des 25. Juli 2026 wurde der Berliner Christopher Street Day von einem tödlichen Anschlag überschattet. Ein Ort, der für Freiheit, Sichtbarkeit und Gemeinschaft stehen sollte, wurde zum Schauplatz von Gewalt.

Diese Folge ist deshalb anders als unsere bisherigen Gespräche. Martin war selbst beim CSD vor Ort und berichtet aus seiner persönlichen Perspektive über den Abend, die ersten Momente der Ungewissheit und die Gefühle, die seitdem geblieben sind. Gemeinsam sprechen Marko und Martin darüber, was ein solcher Angriff für die queere Community bedeutet – und wie schwer es sein kann, nach einem traumatischen Ereignis wieder Sicherheit zu empfinden.

Es geht um Trauer und Angst, aber auch um die Solidarität der Menschen, die sich nicht aus der Öffentlichkeit zurückziehen und weiterhin sichtbar bleiben. Dabei darf niemandem vorgeschrieben werden, wie schnell eine solche Erfahrung verarbeitet werden muss. Angst, Wut, Trotz und der Wunsch nach Gemeinschaft können gleichzeitig bestehen.

Marko und Martin sprechen außerdem über die berechtigten Fragen nach Sicherheit, Verantwortung und möglichen Versäumnissen. Diese Fragen müssen aufgeklärt werden. Gleichzeitig darf die Tat eines radikalisierten Menschen nicht dazu führen, Musliminnen und Muslime pauschal zu verdächtigen oder gesellschaftliche Gruppen gegeneinander auszuspielen.

Diese Folge wurde am 27. Juli 2026 aufgenommen. Sie bildet den Kenntnisstand und die persönlichen Eindrücke dieses Tages ab. Spätere Erkenntnisse und Entwicklungen konnten im Gespräch noch nicht berücksichtigt werden.

Unser tiefes Mitgefühl gilt der getöteten Frau sowie ihren Angehörigen, Freundinnen und Freunden. Den Verletzten wünschen wir eine vollständige Genesung. Unsere Gedanken sind ebenso bei allen Menschen, die den Anschlag miterleben mussten und noch lange mit seinen psychischen und körperlichen Folgen umgehen werden. Eine persönliche Folge über einen Angriff auf queere Sichtbarkeit, über die schwierige Suche nach Sicherheit und über eine Gemeinschaft, die selbst entscheiden darf, wann und wie sie wieder nach vorne blickt.

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